Kinder – Die neuen Kaufentscheider in der Familie

In den letzten Jahren geriet eine Zielgruppe stärker in den Fokus von Branchen und Werbetreibenden: Familien und Kinder. 

Die Kinder von heute verfügen über ein höheres Maß an Autonomie und Entscheidungsbefugnis innerhalb der Familie als das in früheren Generationen der Fall war. Heute dürfen Kinder lautstark aussprechen, was sie wollen. Bringt man die Kinder nun dazu, sich für ein Produkt zu interessieren, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern in einem Laden oder Supermarkt einkaufen gehen, in dem dieses Produkt verfügbar ist. Vor allem die Jüngsten werden zu einer immer attraktiveren Generation. Die durchschnittliche Höhe des Taschengeldes und der Sparbeiträge steigt stetig an. Somit hat diese Generation nicht nur das nötige „Kleingeld“, sondern trifft auch Einkaufsentscheidungen in der Familie mit. Die Studie „Little Big Influencers“ von Viacom International Media Networks attestierte bereits 2015, dass 98 Prozent der Kinder familiäre Kaufentscheidungen treffen, und somit die wahren Kaufentscheider in der Familie sind. Dies macht sie zu einer starken, einflussreichen Zielgruppe für viele Marken. 

Die Kinder-Medien-Studie 2019 zeigt, dass auch in einem stark digitalisierten Umfeld die Bedeutung von Büchern und Zeitschriften weiterhin sehr wichtig ist. Denn obwohl die Onlineaktivität seit Jahren steigt – was auch nicht überraschend ist –, sehen das auch immer mehr Eltern kritisch und forcieren das Lesen und Spielen offline.

Drei wichtige Facts zusammengefasst und interpretiert: 

Akzeptanz der Kinder (Zielgruppe 1)
Das Lesen von Kinderzeitschriften gehört zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Kinder: 74 Prozent bzw. 4,3 Millionen Mädchen und Jungen zwischen 6 und 13 Jahren lesen mindestens eine der 46 abgefragten Kinderzeitschriften.*

Akzeptanz der Eltern (Zielgruppe 2 & Entscheider)
Eltern schenken Kinderzeitschriften das meiste Vertrauen vor allen abgefragten Medien: 74 Prozent der befragten Mütter und Väter der 4- bis 13-Jährigen halten das Lesen von Magazinen für eine sinnvolle Beschäftigung für ihre Kinder.* Als Ergänzung sollte erwähnt werden, dass mit anderen Medien Fernsehen, Internet und Radio gemeint sind. 

Kinder sind milliardenschwer (DAS Argument für Werber und Unternehmen)
Insgesamt verfügen sie über drei Milliarden Euro pro Jahr. Das beinhaltet den durchschnittlichen Wert des Taschengeldes und der Geldgeschenke pro Jahr bei bestimmten Anlässen. Auch hier wichtig zu erwähnen, dass die meisten Kinder über ihr Taschengeld frei verfügen dürfen (77 Prozent der 4- bis 13-Jährigen).* 

Viele Branchen haben das Potential für Kindermarketing längst erkannt und bereits eigene Kinderwelten erschaffen, die über alle Kanäle und Medien hinweg gespielt werden. Dabei adaptiert das Unternehmen die Kinderwelt in ihr Branding und macht seine Kindermarke in der frühestmöglichen Zielgruppe bekannt. Aber Vorsicht: Der Weg gleicht einer Gratwanderung. Sollte der Inhalt nicht gut und professionell gemacht sein oder sogar zu werblich verstanden werden, kann es durchaus nach hinten los gehen.

Bildung liegt im Trend

Immer mehr Eltern legen großen Wert auf die Ausbildung ihrer Kinder. Ihnen ist nicht egal, was die Kleinen lesen und womit sie sich beschäftigen. Befinden die Eltern die Produkte und Inhalte als wertvoll und edukativ, steigt die Akzeptanz der Eltern und damit das Vertrauen in die Marke sehr stark an. Hier schließt sich der Kreis, denn genau darin liegt unser USP: von der Beratung, dem Entwickeln und Begleiten bis zur fertigen Ausarbeitung von Kinder-Projekten – egal ob Print, digital, in Audio- oder Videoform.  

Kinder-Clubs 

Der Club- und Community-Gedanke steht hoch im Kurs bei Groß und Klein. Er bietet Mehrwert: Newsletter, Couponing, Podcasts/Hörspiele, give-aways usw. In dem Club-Gedanken sollten aber nicht nur Kinder involviert sein, sondern auch Eltern müssen mit eingebunden werden. Denn nur, wenn Vorteile für sich und die Familie gesehen werden, hat man eine starke und kaufkräftige Zielgruppe an sich gebunden.

Durch den Club-Gedanken eröffnet sich eine Welt und damit verschiedene Möglichkeiten der Ansprache. Wichtig: Keine Einzelprojekte oder „One-Hit-Wonder“, sondern nachhaltig verknüpfte Bausteine für die Entwicklung eines Brandings in der jüngsten Zielgruppe. Nicht zu unterschätzen ist der Aspekt, dass sich Eltern und Großeltern damit ebenfalls beschäftigen. 

*Quellenangabe für Zahlen und Auswertungen im Text: www. Kinder-medien-studie.de / Studie 2019